Warum ohne Tier?

Letztes Jahr um die Weihnachtszeit, bin ich durch ein Facebookvideo einer Bekannten, dass übelste Zustände in Tier“produktions“betrieben zeigte, ins Nachdenken gekommen. Meine Schwester lieh mir ein paar Tage später dann das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer, was zur Folge hatte, dass ich meinen Mann bat, mich bitte nicht beim Weihnachtsbraten mit einzuplanen… Anfangs erzählte ich – vor allem mir selbst – dass man so ein richtig gutes Stück Fleisch, beim Argentinier oder so, ja keineswegs „ersetzen“ kann und man sich das sporadisch mal gönnen könnte. Lustigerweise läuft es mir inzwischen beim Gedanken an eben genau jenes „richtig gutes Stück Fleisch“ kalt den Rücken runter… Komisch, wie sich das Empfinden doch verändert. Lediglich eine Dattel im Speckmantel kann ich bisher nicht liegen lassen (da funktioniert irgendwie noch dieses „ich schalte einfach mal den Kopf aus”), bin aber regelmäßig auf der Suche nach einer tierfreundlicheren Variante dieses sündhaften Snacks.

Ich würde mich daher also jetzt so offiziell nicht als Vegetarierin bezeichnen, mache es aber bei Verabredungen dennoch, weil ob ich eine „Ausnahme“ mache oder nicht, das mache ich mir selber ab und so gibt es dann auf jeden Fall was vegetarisches.

Was ich auch noch total spannend finde, ist veganes Essen. Denn auch, wenn ich mir für den Moment nicht vorstellen kann komplett vegan zu essen, halte ich es eigentlich lediglich für die konsequente Version des Vegetarismus. Mouse au Chocolat ohne Ei, Mett ohne Tier? Moaaaah, hätte ich das in der Schwangerschaft bereits gewusst (und da hatte ich so einen Jieper auf Mettbrötchen, dass mir meine Mama sogar welche mit ins Krankenhaus gebracht hat!), so hätte ich ohne Sorge meiner Lust darauf nachgeben können :)

Zwangsläufig wird dieses Thema auch in Zukunft Thema des Blogs sein, denn es gehört inzwischen zu mir. Während ich mir Ende letzten Jahres viele Gedanken darum gemacht habe, bin ich selbst erstaunt, wie wenig ich im Alltag inzwischen darüber nachdenke, weil “normal” sich für mich verschoben hat. Weil ich inzwischen bewusst zur Wurst-/Fleischtheke gehen muss, wenn ich für meinen Mann zb was kaufen soll. Ich seh die sonst irgendwie garnicht mehr. Letztens sollte ich Parmaschinken mitbringen und musste mich erstmal im Wurstregal zurecht finden. :D Es interessiert mich schlichtweg irgendwie nicht mehr.

Natürlich schaue ich mir trotzdem halt total gern leckere Rezepte an und habe einen riesigen “to test”-Stapel hier liegen. (Unter anderem eine vegane Weißwurst… ob sowas funktioniert? :) )
Bereits letztens habe ich mich das erste Mal daran gewagt und das erste Mal ein Seitanschnitzel für meinen Burger (die anderen hatten halt ein tierisches Patty vom Grill) zusammengeschustert. Das Ganze schmeckte viel besser als erwartet und mit ein bisschen Übung wird’s glaub ich sehr geil. Wir hatten noch eine Trockenmarinade, die wir darauf gerieben haben und die war wirklich wirklich gut (Danke Schatz!). Und jetzt mal ganz ehrlich, sieht der lecker aus, oder sieht der lecker aus? ;)

2014-10-04 18.55.16

One comment

  1. blumenpost says:

    Sehr spannend!
    Ich bin ja schon ganz lang Vegetarierin und freue mich total darüber, dass ich damit nicht mehr so allein bin. Weil in meiner Kindheit war das noch total merkwürdig, nirgends gab es Alternativen, für mich wurden immer nur Beilagen bestellt.

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