KiTa-Eingewöhnung

Anfang August haben wir mit der Eingewöhnung des Krümels im Kindergarten begonnen. Ich war mit ihm in der Gruppe, habe mich aber von Anfang an etwas abseits des Geschehens gehalten. Ist ja nicht Sinn der Sache, dass ich die ganze Zeit mit ihm spiele. Er soll ja mit den anderen Kindern oder auch den Erziehern spielen. Wie bereits beim Schnuppertag war er direkt von der kleinen Kinderküche begeistert und fing an einen Kaffee nach dem anderen zu kochen und an die Erzieherin zu verfüttern ;)

Nach vielleicht einer Stunde kam eine andere Erzieherin auf mich zu und fragte, ob es für mich in Ordnung wäre, wenn ich mich vielleicht eine halbe Stunde ins Elterncafe setzen würde. Aber auch wirklich nur, wenn mein Gefühl das auch bejaht. Mein Gefühl war super. Gemischt mit einer Portion Aufregung. Ich setzte mich ins Elterncafe, kramte mein Buch raus und begann etwas zu lesen. Einige Sätze musste ich mehrmals lesen, weil meine Gedanken immer noch beim Krümel waren. Aber dann ging es. Nach einer halben Stunde kam die Erzieherin und sagte mir, dass alles gut laufen würde. Fragte, ob ich mir vorstellen kann noch 15 Minuten dran zu hängen, dann würde sie den Krümel bringen. Alles super. Und nach einer weiteren Viertelstunde kam mein kleiner freudestrahlender Junge angerannt. Er hatte Spaß gehabt, das konnte man sehen. Und er wollte garnicht mit nach Hause, aber man soll es ja nicht gleich übertreiben.

Am nächsten Tag machten wir das selbe Spiel, allerdings bereits eine halbe Stunde länger. Am Mittwoch waren es dann sogar 2 Stunden, so dass es sich für mich sogar lohnte mich nicht mit einem Buch ins Elterncafe zu setzen, sondern ich konnte zum „roten Haus“ gehen und den Pinsel schwingen. Wir hatten schließlich Anfang August den Schlüssel bekommen und wollten das ganze Haus streichen, eine Wand versetzen, 2 Wände einziehen, eine Dunstabzugshaube anbringen (was sich schwieriger gestaltete, als wir anfangs dachten) und parallel in der alten Wohnung alles in Kartons packen.

Wir erweiterten unsere Kindergarten Zeit immer um ein bisschen, freitags aß er das erste Mal dort Mittag. Danach holte ich ihn. Auf diesem Stand sind wir ca. eine Woche geblieben. Wir hatten es nicht eilig und wollten nicht übertreiben, in dem wir ihn gleich zum dort schlafen verdonnerten. Zumal es für uns und die Renovierung eh nicht schlimm war. Wenn ich ihn nach dem Mittagessen holte, fiel er direkt in sein Reisebett. Kindergarten ist halt auch anstrengend. Wir konnten dennoch weiterstreichen. Lediglich den Bohrer oder andere laute Arbeiten haben wir in ein anderes Zeitfenster geschoben.

Nach einer weiteren Woche hat er das erste Mal Mittags dort geschlafen. Und ich habe fast einen Herzinfarkt bekommen, als auf einmal das Handy klingelte und die Nummer des Kindergartens auf dem Display stand. „Ich wollte nur sagen, dass alles gut gelaufen ist. Er schläft jetzt seit ca. 30 Minuten.“ Puh :)

Und so habe ich ihn bis Ende August immer so gegen 14:00 Uhr abgeholt. Manchmal war er da schon wach. Manchmal noch nicht. Dann hab ich mich noch ein bisschen mit in die Gruppe gesetzt und zb sein Portfolio angeschaut. Das ist ein Ordner, von dem wir Eltern die ersten paar Seiten gestalten sollten. Meine Familie, mein Zuhause, was mag ich gern etc. Mit Fotos beklebt und beschriftet. Dieses Portfolio erweitern die Erzieher in regelmäßigen Abständen und selbst nach 2 Wochen konnte ich schon viele neue Bilder von meinem Krümel sehen. Vom Schnuppertag. Vom Spielen draußen. Dann waren sie zusammen mit den Kinder im „Bus“ (das ist so ein Wagen, in dem man 6 Kinder gleichzeitig schieben kann) in der Innenstadt und haben eingekauft. Und an einem anderen Tag waren sie bei einem Bauernhof in der Nachbarschaft, auf dem es Pferde gab. Und einen Traktor (in dem der Krümel drin saß J ) und einen Mähdrescher. Von allen Ausflügen hatten sie Fotos gemacht und aus Sicht des Kindes ein paar Sätze dazu geschrieben (wenn die Kinder schlafen basteln sie daran rum). Herzallerliebst kann ich nur sagen. Und total toll für uns Eltern.

In den letzten beiden Tagen im August haben wir dann „geübt“ vor 8:00 Uhr in den Kindergarten zu kommen. Von 7:00 bis 8:00 gibt es nämlich eine „Frühgruppe“. Da bringt man sein Kind in eine andere (immer wechselnde) Gruppe und erst um 8:00 kommen die Erzieherinnen der jeweiligen Gruppen und holen „ihre“ Kinder ab. Was für den Krümel bedeutete: Er kannte an dem Tag nur ein Mädchen, was auch in seine Gruppe geht, die Erzieher aber noch nicht und die anderen Kinder auch nicht. Gott sei Dank war auch diese Veränderung unkompliziert. Und so bringe ich ihn seit September nun vor 8:00 und hole ihn so gegen 15:00 wieder ab.

Nur Anfang dieser Woche war mein Mama-Herz ganz doll am bluten. Er spricht zwar immer wieder vom Kindergarten, wollte auch am Sonntag da hin ;) und möchte Nachmittags am liebsten auch garnicht da weg. Aber Montag und Dienstag war er ganz bitterlich am Weinen, als ich ihn da lassen wollte. Auch Ablenkung mit den tollen Spielzeugen, die sie in der Gruppe haben, brachte nichts. Im Endeffekt haben wir ihn dann „von mir gelöst“, er hat noch einen Kuss bekommen und dann bin ich los. *schnief* Auch an diesen Tagen wollte er nachmittags am liebsten dableiben und die Erzieherinnen haben mir auch gesagt, dass es in weniger als 5 Minuten gegessen war, aber in dem Moment schmerzt es halt schon. :(

Ich hoffe, dass das jetzt nur eine Phase ist und er dann auch morgens wieder gern da ist.

Nächsten Mittwoch habe ich mit den Erziehern ein „Eingewöhnungsgespräch“, in dem wir nochmal kurz darüber sprechen wollen, wie es jetzt läuft. Ich bin gespannt, was die 3 mir da noch so erzählen. Ein bisschen spricht man ja nachmittags beim Abholen schon miteinander. Aber das fällt dann ja doch eher unter „nettes Geplauder mit kurzem Austausch“ ;)

Außerdem ist am Donnerstag Kartoffelfest mit Wahl des Elternbeirates. Ich bin mir unsicher, ob das was für mich wäre. Die Lust wäre irgendwie schon da. Die Frage ist, ob es zeitlich nicht schon reicht eine 30 Stunden-Stelle mit Kleinkind zu haben…

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