Bio, vegetarisch, vegan?

Ich habe vor ein paar Tagen ein Video gesehen, dass mich immer noch sehr beschäftigt. Nichts für schwache Nerven. Es zeigt sehr heftige Bilder aus der Zucht und des Tötens der Tiere in der (in diesem Fall amerikanischen) Industrie. Außerdem wird nicht weniger heftig auch das Milch und Ei-Problem bebildert. Es ist nicht so, dass man soetwas nicht schon wusste, aber mich hat das ganze sehr aufgerüttelt und zum Nachdenken bewogen.

Ich esse Fleisch, wenn es auch – besonders unter der Woche – schon wirklich sehr wenig ist. Ich bin bei weitem kein Mensch, der eine Mahlzeit ohne als unvollständig empfindet, habe für den Krümel und mich eine schöne Sammlung an vegetarischen Rezepten. Wir genießen wenn eher am Wochenende.
Jetzt geistern mir natürlich viele Gedanken im Kopf rum: vielleicht lieber ganz verzichten? Das bisschen was wir essen komplett auf Bio umstellen? Aber reicht das aus? Wie werden die Tiere dort behandelt? Oder der Biohof aus dem Nachbarort? Wäre das besser, als Bio aus dem Supermarkt? Und was ist mit den Eiern und der Milch? Ich liebe Milchprodukte und könnte mir glaub ich nicht vorstellen darauf zu verzichten. Gibt es eine Haltung die jenseits der Industriellen ist, wo man Eier von wirklich glücklichen Hühnern erwerben kann? Gedankenkarusell, Fragen, die mich beschäftigen…

Sicherlich bin ich alleine die Einzige, die darauf FÜR UNS eine Antwort finden kann. Daher möchte ich mich näher mit dem Thema beschäftigen und mich informieren, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können. Dennoch interessiert mich sehr, ob ihr solche Gedanken vielleicht auch schon hattet/habt, wie ihr da mit umgegangen seid und was ihr für euch als Konsequenz daraus gezogen habt.

3 comments

  1. Frau Schrulle says:

    Ich kenne die Gedanken sehr gut!
    Bis zum Sommer diesen Jahres war ich ein extremer Fleischesser. Morgens (in Form von Schmierwurst und so), Mittags…und abends. Fleisch.
    Bio war mir da eh schon wichtig und so hatte ich für mich das Schönred-Argument (ich rede hier nur von mir – nicht, dass ich das generell als Schönreden empfinde): Waren ja glückliche Tiere…

    Im Juli bin ich dann auf die Vegan for Fit Challenge umgestiegen. Ich…Die ohne Käse und Wurst/Fleisch nicht leben kann. Und es fiel mir, nach ein paar Tagen, total leicht. Anfangs habe ich immer betont, dass ich das nicht aus ethischen Gründen mache, sondern nur für mich und meinen Körper.
    Für uns stand fest, wenn die Challenge vorbei ist, wird Fleischkonsum eingeschränkt. Das war auch für meinen Fleischjunkie daheim akzeptabel.

    Je länger ich die Challenge machte, desto mehr musste ich einsehen, dass im Kopf auch irgendwie ein Schalter umgelegt wurde. Und plötzlich konnte ich mich nicht mehr mit dem Argument “Nutztier” und “glückliche Haltung” zufrieden geben.
    Ausgerechnet…Dass mir das passiert, hätt ich nicht gedacht. Schließlich wurde ich mit Bauernhöfen und Jagen groß…

    Momentan ist es so, dass ich, jedes Mal, wenn ich beim Metzger stehe, Ekel empfinde. Und ich kann diese Bilder immer weniger verdrängen. Ich esse wieder Fleisch, aber ehrlich? Ich genieße es überhaupt nicht mehr – und darum habe ich am Samstag wieder damit aufgehört. Ich möchte mit Genuss einkaufen und essen und wenn ich in der Fleischauslage beim Metzger jedes Mal denke…(ich sag’s lieber nicht), dann ist das für mich ein Zeichen, dass ich das eben mal besser nicht tun sollte – also das Fleisch essen.
    Auch, wenn das heißt, dass ich einfach wieder was umdenken muss in der Küche. Klar, wenn man nach 13 Stunden außer Haus heimkommt, ist es halt doch bequem, altbekanntes zu kochen, als sich vorher noch Gedanken darüber zu machen.

    Mein Käse fehlt mir nicht mehr wirklich. Hätte ich auch nie gedacht.
    Von Milchprodukten bin ich schon lange weg (mein Körper hat mir immer signalisiert, dass er von Milch nicht allzuviel hält – und nach “Die Milchlüge”..hab ich’s dann auch ganz eingestellt).

    Ich bin sehr überrascht, dass sich in meinem Kopf diesbezüglich was getan hat, das hätte ich einfach nicht erwartet.

    • sommerelfe says:

      Ja, die Challenge wollte ich mir auch mal anschauen. Eine Freundin hat das Buch und würde es mir ausleihen. Bisher kann ich mir auch noch nicht vorstellen so radikal alles wegzulassen, aber ich möchte nichts ausschließen.
      Das heißt du ernährst dich zur Zeit vegan? Oder gibt es auch “überwiegend vegan”, wenn man mal ausgesuchte Sachen Käse/Fleisch isst, aber halt eher als Ausnähme und seine tägliche Ernährung vegan/vegetarisch aufbaut? (So klingt man wahrscheinlich, wenn man sich noch ein Hintertürchen aufhalten will ;-) )

      • Frau_Schrulle says:

        …darfste nur nicht die Hardcore-Veganer hören lassen *hihi*
        Teilzeit-Vegan ist super. Und ehrlich? Besser als gar nichts. So! Das ist meine Meinung.
        Ich bin auf fb ja in einigen veganen Gruppen und ich denke mir immer noch ganz oft: Man kann’s auch übertreiben.

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