Junggesellenabschied

Letzte Woche war unser Junggesellenabschied.

Ich wusste nicht viel. Ich wusste nur, dass ich um 10:00 abgeholt werde und es rein theoretisch möglich wäre den Krümel mitzunehmen. Das machte mir Hoffnungen, dass ich nicht im pinken Tütü über den Boulevard laufen und Kondome veräußern muss ;) Dennoch haben wir den Krümel bei seiner Oma untergebracht, wo er einen viel schöneren Tag gehabt hat, als wenn ich ihn hätte mitschlüren müssen.

Um 9.30 war ich fertig. Der Liebste war gerade das Kind wegbringen, ich also alleine. Mmh. Was tun. Ein wenig aufgeregt und gespannt war ich ja nun schon. :) Ich habe die halbe Stunde mal dazu genutzt, an meinen Nägeln ein bisschen was auszuprobieren. Ich wollte Pünktchen! Und wenn man bedenkt, dass ich hinterher gefragt wurde, ob die gemacht sind, scheint’s garnicht so doof ausgesehen zu haben. ;)
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Um 10:00 klingelte es an der Tür. Ich bin runter und hatte eigentlich meine Trauzeugin erwartet. Stattdessen stand dort meine Schwester und fragt, ob sie die Letzte sei. Hää? Kommen jetzt alle zu mir? O.O Ich weise darauf hin, dass es oben aussieht wie sau, weil ich mich gerade ohne Rücksicht auf Verluste fertig gemacht habe, die Sachen, die der Krümel immer hin und her räumt auch noch überall rumliegen und so generell der Liebste jetzt bestimmt duscht und nackt durch die Wohnung rennt! Nach und nach kommen dann noch mehr Autos. Ich werde ein bisschen nervös.

Gott sei Dank verteilen wir uns als alle da sind einfach auf 2 Autos und fahren wo anders hin ;) Auf geht es in die Stadt rein. Dort gibt es ein Restaurant, was in einer alten Kirche ist. Das Glück und Seligkeit. Hier brunchen wir. Und es gibt sooo leckere Sachen, dass ich es sau schade finde, als ich satt bin. Irgendwann kommt ein Kellner, der einen kleinen Kuchen mit einer Wunderkerze drin hat, zu uns an den Tisch. Er fragt, ob wir hier ein Geburtstagskind haben. Nein, antworten alle, aber eine Braut (oh man, ich hasse es ja im Mittelpunkt zu stehen!). Dann beglückwünschte er mich und stellte mir den Kuchen vor die Nase. Er entfernte sich vom Tisch, ich guckte verlegen in die Runde. Keiner wusste was. Auch meine Trauzeugin nicht. DAS war komisch ;) Wir beobachten, wie der Kellner zu seinen Kollegen geht und stellen fest, dass er entsetzte Blicke erntet. Uns kommt die Ahnung, dass dies hier ein witziges Versehen ist :D und tatsächlich erscheint ein paar Minuten später ein anderer Kellner an unserem Tisch. Entschuldigt sich, dass dies ein Versehen war, dass er mir trotzdem alles Gute wünscht und dass wir den Kuchen auf jeden Fall behalten können :)
Wir stellen uns vor, wie nun in der Küche jemand ganz schnell einen neuen Backen muss :D
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Nachdem wir uns eifrig den Magen vollgeschlagen haben, fuhren wir zur Sparrenburg.
Es war in der Nacht vom 30. auf den 31.12.2005, der Liebste und ich kannten uns seit gut einer Woche und waren zuvor gemeinsam im Kino. Schnee bedeckte die ganze Stadt und wir mit unserem frischen Kribbeln im Bauch wollten noch nicht nach Hause. Also beschlossen wir auf die Burg hochzufahren und von dort aus über die verschneite Stadt zu schauen. Wir kamen allerdings mit dem Auto nicht ganz hoch, irgendwann hatte der Wagen keinen Gripp mehr und wir rollten rückwärts. Also mussten wir den Rest zu Fuß hoch. Ich hatte Stiefel mit Pfennigabsatz an :) Ich muss ausgesehen haben wie volltrunken :) Aber ich nutzte die Gelegenheit um mich ausgiebig stützen zu lassen ;)
Irgendwann kamen wir oben an und suchten uns einen Platz am Geländer mit schöner Aussicht über die Stadt. In diesem Ambiente haben wir uns das erste Mal geküsst. ❤

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7einhalb Jahre und eine Woche später stand ich nun mit meinen Mädels hier und feierte meinen Junggesellinnenabschied!

Meine Trauzeugin hatte sich eine Sofort-Bild-Kamera gekauft, wie die alten von Polaroid damals. Wir haben ein paar Bilder gemacht. Von uns und von allen mit mir *g* (es waren auch schon ein paar echte Bräute vor Ort. Man kann da oben nämlich auch standesamtlich heiraten.) Das Wetter war einfach nur herrlich und wir hatten eine Menge Spaß. Ein paar Passanten mussten wir ja fragen, ob sie mal von uns allen ein Foto machen und alle waren tierisch erschrocken, dass aus der Kamera EIN FOTO rauskommt :D sooo witzig!

Als die Filme verknipst waren, ging es weiter in ein Atelier im Vorort. Und hier breiteten auf einmal alle alte Bilder von und mit mir aus. OMG! :) Wir sollten daraus eine Collage zur Erinnerung machen. Und aktuelle Bilder von heute hatten wir nun jetzt ja auch. Genial :) Und so waren wir den ganzen Nachmittag kreativ in einem angenehm kühlen Atelier. Eine große Leinwand für mich und für jeden, der dabei war eine kleine. Es wurde immer gewitzelt, dass das das perfekte Gemälde für eine Gästetoilette wäre. Wir haben nur (noch) keine Gästetoilette. Mal sehen, wo es würdig hängen darf.
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Am Abend, als wir alle bunt genug waren und auch der Prosecco ein wenig Wirkung zeigte, sind wir aufgebrochen und zu einem Grillplatz nahe des Flughafens gefahren. Hier trafen wir auf die Männer. Die hatten den ganzen Tag auf der Weser verbracht. Mit dem Kanu waren sie unterwegs. Da war das Wetter natürlich auch echt Bombe für. Der ein oder andere war auch ein wenig rot *thihi*

Gemeinsam haben wir den Abend mit ein paar Würsten ausklingen lassen und zu späterer Stunde brachte uns die Mama des Liebsten dann ein selig schlafendes Kind! ❤

Schön war’s! Danke, besonders an E. und H. für die Organisation. Aber auch an alle anderen, dass ihr da ward. Und jaa, ich werde zunehmend aufgeregter :)

4 comments

  1. jukefrosch says:

    Das klingt wirklich toll!

    Ich finde solche JGAs viel schöner, als dieses übliche besoffen übern Kiez stolpern.
    Meiner war ja auch klein und fein an der Ostsee mit zwei Freundinnen.

    Kann ich nur empfehlen, sowas. ;-)

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