Wer die Wahl hat…

… hat die Qual :-)

Was man als Neumami so alles entscheiden muss…

Letzte Woche waren wir das erste Mal beim Kinderarzt, der U3. Neben dem Hüftultraschall und der Untersuchung hat der Arzt mir Informationen zum Impfen mitgegeben. Bereits kurz vorher hatte ich von meiner Hebamme ebenfalls ein Informationsheftchen bekommen. Während in dem Zettel vom Arzt die allgemeinen Empfehlungen der STIKO aufgelistet sind und er auch im Gespräch sagte, dass er das genauso empfehlen würde, ist im Informationsheftchen meiner Hebamme jede Krankheit einmal erklärt. Die Vor- und Nachteile der Impfung und ob es die in Kombinationsimpfstoffen gibt, oder ob man diese auch einzeln impfen kann. Zumal wird erklärt, dass es bei gewissen Impfungen reicht, diese ggf. später zu impfen, damit man dem allerkleinsten Säugling nicht die volle Dröhnung verpasst. Wobei der Arzt sicherlich auf der “je früher desto besser, weil eher geschützt”-Seite stehen würde.

So lesen wir uns hier also gerade ein bisschen Informationen an und hoffen, dass wir uns hinterher für das Richtige entscheiden. Gerade beim Thema impfen scheiden sich ja auch irgendwie die Geister. Denn ich wusste bis vor kurzem nicht, dass man über dieses Pro und Contra ganze Bücher verfassen kann :D Daher bin ich über diese kleine Informationsbroschüre meiner Hebamme sehr dankbar. Das ist sehr sachlich meiner Meinung nach erklärt und auf den Punkt gebracht. Auf gerade mal 28 Seiten. Super! Das kann man auch mal dem Liebsten zu lesen geben. Der muss ja schließlich mit entscheiden finde ich.

Letztens las ich irgendwo, dass es sehr schade ist, dass junge Mamis sich garnicht mehr auf ihren Instinkt verlassen.

Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich das auch garnicht so einfach finde. Sei es das Thema Impfen oder etwas anderes. Es existieren immer zig verschiedene Empfehlungen und diese ändern sich dann auch noch alle paar Jahre (wenn ich jetzt zb. meine Eltern um Rat frage, ist es oft so, dass damals andere Sachen empfohlen wurden, als es heute der Fall ist. Ich stieß z.B. auf überraschte Gesichter, als ich mitteilte, dass das Kind unter keinen Umständen auch nur einen Tropfen Honig im ersten Lebensjahr bekommt… – früher wurde manchmal der Schnulli darin eintaucht, damit das Kind den auch im Mund behielt oder es wurde zum Süßen benutzt. Dass auf jedem Honig Glas inzwischen dieses Verbot steht war denen bisher garnicht aufgefallen!). Klar, dass jeder seine eigene Meinung hat. Aber alleine die Unterschiede zwischen dem was der Arzt empfiehlt und dem was die Hebamme empfiehlt. Und das sind ja beides Personen, denen man a) eigentlich vertraut und b) die Ahnung von dem haben sollten, was sie da von sich geben …

Beispielsweise “Osteopath“: Meine Hebamme empfiehlt mit dem Krümel mal einen aufzusuchen, da eigentlich jedes Kind nach der Geburt irgendein Zipperlein hat, was nicht direkt erkannt wird, aber auf Dauer zu Schäden führen kann. Auch, oder gerade weil ich er Kaiserschnitt entbunden habe und dem Krümel so die natürliche Geburt fehlen würde. Ich selber habe mich vorher noch nie mit Osteopathie beschäftigt und was so ein Osteopath macht. Da muss ich mich auch noch informieren. Der Kinderarzt sagte dazu nur (den hab ich nämlich gefragt, was er davon hält), dass er sich selber manchmal frage, was “die” so machen und er es komisch findet, dass es inzwischen Krankenkassen gibt, die das auch noch bezahlen… Und wenn etwas wäre, würde die zum Orthopäden überweisen. – Mmh, typisch Schulmediziner wahrscheinlich?

Was ich nicht bei der Untersuchung angesprochen habe, wo ich aber denke, dass er dem gegenüber dann vielleicht ähnlich “offen” sein wird: Ich habe hier nun ein Buch über Homöopathie liegen, was ich mir gerne zu Gemüte führen möchte. Auch hier habe ich ehrlich gesagt wenig Vorwissen, finde aber gerade bei kleinen Kindern, dass man nicht sofort immer zur absoluten Dröhnung greifen muss und es vielleicht erstmal sanft versucht. Homöopathie verbinde ich mit “sanft” und deswegen möchte ich mehr darüber wissen, um es ggf. anwenden zu können. Hier auch wieder die Uneinigkeit – meine Hebamme findet es wieder total gut, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetzen will.

So habe ich also noch eine Menge vor mir, womit ich meine Wissenslücken schließen muss und muss danach für mich, uns, den Krümel eine Entscheidung treffen.

Obwohl ich ein bisschen Angst davor habe ggf. eine Diskussion auszulösen, würde ich die Neu-Mamis (oder auch die erfahreneren unter euch) gerne fragen, wie euer Weg ausgesehen hat? Ohne, dass jemand verurteilt werden soll, der es ggf. anders macht. Im Endeffekt muss ja doch jeder seinen eigenen Weg finden.

11 comments

  1. blumenpost says:

    Oooh ja, ich verstehe dich vollkommen.
    Mein Thema Impfen war ich völlig uninformiert vor der Geburt des Julimädchens, da habe ich mich erst jetzt mit auseinander gesetzt. Ich habe von einer Freundin ein Buch zum Thema ausgeliehen und ein wenig darin gelesen und mich mit einem Freund, der Medizin studiert, lange darüber unterhalten. Wir werden uns an die Empfehlungen der Kinderärztin halten, nur die Rotaviren lassen wir weg (da sagte auch die Ärztin dass sie es ok findet das nicht zu impfen).
    Wegen Osteopathie: da bin ich noch total uninformiert und werde es vermutlich bleiben. Mir hatte das mal eine Hebamme in der Schwangerschaft wegen Kopfschmerzen empfohlen, aber ich bin da eher Verfechter der Schulmedizin. Genauso bei Homöopathie. Da hab ich am Ende der Schwangerschaft Globuli geschluckt, aber richtig dran geglaubt hab ich nicht. Das war eher so “jetzt würd ich alles probieren…”. Aber viele schwören drauf. Wer weiß ob ich da meine Meinung nicht noch änder, könnte gut passieren mit Baby.

    Ich finde es auch manchmal schwierig sich über solche Themen zu unterhalten. Ich höre mir Pro und Contra an, aber treffe dann eine Entscheidung für mich. Manchmal sag ich dann einfach lieber nichts dazu, weil es eben solche diskussionsfreudigen Dinge sind.

  2. Kat (@blogprinzessin) says:

    Also wir lassen auf jeden Fall impfen, einfach “Better save than sorry”. Ich möchte nicht am Krankenbett meines Kindes sitzen und denken “Hätte ich doch bloß mal.” Dadurch das es inzwischen (im Gegensatz zur DDR wie mir Mr. Strandfynd erzählte) grade wieder “in” ist die Kinder nicht zu impfen, kann auch keine Herdenimmunität entstehen und manche Krankheiten können so gar nicht aussterben, weil imzmer wieder jemand die in den Kindergarten (etc.) schleppt. Also geimpft wird bei uns auf jeden Fall, jedoch nicht Kopflos.

    Was Honig angeht, weiß ich leider gar nicht was daran schlecht ist, habe mich damit auch noch nicht auseinandergesetzt.Öhm. Als ich dem Mann grade erzählte das ich gelesen hätte das der giftig ist, meinte er “ach die Dosis machts”. Da ich noch kein Hintergrundwissen zu dem Thema habe, habe ich es erst einmal dabei belassen. Mal schauen was wir dann im “Ernstfall” machen. Uffz.

    Meine Eltern frage ich bei solchen Themen allerdings eher nicht, die waren nämlich sehr öko drauf und haben sogar ihr Mehl selbst gemahlen. Das ist mir allerdings zu blöd. ;)

  3. Jule says:

    Wir haben unseren Kleinen bis jetzt gegen alles, was die STIKO empfiehlt impfen lassen – bis auf Rotaviren. Diese Imfpung findet unser Kinderarzt für “zuviel” . Er sagt man müsse nicht überimpfen. Ich bin vollkommen zufrieden damit!

    Was die Homöopathie angeht bin ich voll dafür! Lieber erstmal was natürliches ausprobieren als gleich zur “Chemie” zu greifen. Unser Kinderarzt sieht das ähnlich und verschreibt uns auch gerne vers. Globulis. Wir kommen so gut zurecht und ich habe auch das Gefühl, dass die Globulis wirken (bei den Zähnen, Erkältung und so Sachen) Wenn natürlich doch mal ein etwas hartnäckiger Virus auftaucht greife auch ich mal zu Paracetamol. (Wir hatten letzte Woche das Drei Tage Fieber – da gings nicht ohne fiebersenkendes Mittel :(

    Du wirst deinen Weg finden, da bin ich mir sicher! :)

    Alles Liebe,
    Jule

  4. labellavitabutterfly says:

    Ich bin in beiden Fällen (Impfen und Homöopathie) Jule´s Meinung. Unser Kinderarzt verschreibt uns auch erstmal was sanftes bevor es was stärkeres gibt. Mann muss ja das Kind auch selber gesund werden lassen wenn es nicht so schlimm ist. Wenn der <körper immer nur hilfe bekommt kann das auf lange sicht nicht gut gehen.

  5. Frau Sonnenkäfer says:

    Ich kann mich den anderen nur anschließen. Impfen ja, Homöopathie ja, wenn’s was schlimmeres ist, gibt es auch Paracetamol u.ä.
    Globulis helfen bei uns super, z.B. Osanit beim Zahnen oder als die Kleine mal bösen Husten hatte und Hustensaft 1,5 Wochen nix gebracht hat, hat mir unser KiArzt Globulis empfohlen und nach 3 Tagen war er weg!
    Viele sagen man muss dran glauben, aber so ein kleiner Wurm versteht das doch noch gar nicht & da sieht man, dass es meistens was bringt. Also wir haben bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht.
    Aber wie du sagst, jeder muss da seine eigenen Erfahrungen machen und seinen eigenen Weg finden. (:

  6. puschelmama says:

    Erstmal finde ich es total gut das du dich so gut informierst, da es um unsere kleinsten geht sollte man alles gut abwägen um die beste Entscheidung für sich zu treffen.
    Also zum Thema impfen : ich finde das gut und wichtig. Wir haben alles im Rahmen der Empfehlung impfen lassen. Auch rothavieren. Da so eine Infektion wirklich nicht spaßig ist und ganz gerne mit einem einwöchigen Krankenhaus Aufenthalt ihren Höhepunkt findet.
    Osteopathen finde ich Super. Das finde ich eine sanfte Alternative zum Orthopäden. Darum erst einmal vorstellen mit dem kleinen kann auf jeden fall nicht Schaden.

    Thema Homöopathi:
    Die Kinder Notfall Globolis sind prima. Osanit beim zahnen ist echt ein Segen, aber man muss auch davon überzeugt sein. Wenn man aber glaub ich die Schulmedizin weites gehends umschiffen möchte sollte man glaub ich einen richtigen Homöopathen zu Rate ziehen.
    Aber eins ist sicher egal für was ihr euch entscheidet, ihr werdet das richtige für euer Kind tun.

  7. Mi says:

    Meine Freundin hat ihr Kind auch zum Osteopathen gebracht, weil es nach 1 Jahr sich nicht wirklich für Rollen/Drehen oder gar Laufen interessiert hat und eher viel mit den Händen machte. Am Ende lag es daran, dass bei der Geburt sich im Körper etwas ‘verrenkt’ hat und das Kind dadurch schmerzen hatte andere Bewegungen auszuführen. Manche KInder schreien und sagen damit ‘bei mir stimmt was nicht’, andere eben nicht. Der Osteopath hat das und andere Dinge (zu fester Stuhlgang, hervorstehende Stirn) behoben (dabei wurde ihm das mit dem Stuhlgang nicht vorher gesagt). Das waren keine Schönheitskorrekturen. Er hat sich mehr als 1h Zeit genommen und das Kind ‘abgetastet’ natürlich war die Kleine dabei nicht sehr ruhig, aber meine Freunde würde es jeden empfehlen.

    Und ganz ehrlich, was sollte ein Kinderarzt schon dazu sagen. Der ewige Streit zwischen der bekannten und alternativen Heilkunde. ;)

  8. Bibi says:

    Wir waren auch bei einem Osteopathen. Gut fand ich, dass er selbst einen recht guten Blick auf seinen Berufsstand hatte. Er meinte selbst, dass inzwischen jeder geschickt wird und sich einige damit ne goldene Nase verdienen, obwohl gar nichts mit dem Kind ist. Aber das sehen die Eltern ja nicht. Denn Osteopathie ist nur manuell. Das heißt, die Handgriffe sind so klein, dass man gar nicht wahrnimmt, was er macht. Er hat sich unser Kind (auch Kaiserschnitt nach Geburtsstillstand) also kurz angeguckt und uns gesagt, dass alles ok ist. Hat uns aber noch ein paar Handgriffe und Tipps im Umgang mit ihm gegeben, z.B. was man gut machen kann bei Blähungen,…
    Was ich damit sagen will, geh nur hin, wenn du das Gefühl hast, dein Sohn hat tatsächlich irgendwelche Probleme. Und das ist dann etwas, was du vielleicht im Gefühl/ als Instinkt hast.

    Der Osteopath war übrigens auch ein Verfechter der Schulmedizin, obwohl er selbst ja keiner ist. Homöopathie ist gut, finde ich. Aber nur, wenn auch von einem Homöopathen verschrieben. Denn dieses ich geb jetzt meinem Kind mal xyz-Globuli weils Schnupfen hat, kann funktionieren, muss aber nicht, weil jeder eine Vorgeschichte hat. Und diese wird in der Homöopathie nunmal mit einbezogen. Deshalb hat man beim 1. Besuch auch eine Anamnese, die ein bis zwei Stunden dauern kann. Ich finde es schon etwas bedenklich, dass jeder meint, weil es Bücher darüber gibt, zu wissen, wie man was dosiert geben kann. Weil es ja unbedenklich ist. Und so schlucken viele Kinder völlig unnötig Globuli, weil sie z.B. hingefallen sind, statt das eine Mama mal tröstet.
    Das ist gar nicht böse gemeint! Aber ich finde das halt schon bedenklich.

  9. Prinzenmami says:

    Ich war mit unserem Sohn, der auch per Kaiserschnitt auf die Welt kam, auch bei der Osteopathin und fand, dass es ihm (und uns) schon etwas gebracht hat. Davor konnte er nicht alleine schlafen, musste immer Körperkontakt haben und das hat sich danach sehr gebessert. Er hat danach auch viel weniger geschrieen.
    In England werden alle Kaiserschnitt-Babys zum Osteopathen geschickt. Da sie nicht durch den Geburtskanal gespresst werden, bekommen sie diverse Impulse nicht mit und ein Osteopath kann das ausgleichen. Ich kann es dir nur empfehlen mal auszuprobieren.

    Beim Impfen haben wir erst mit 5 Monaten angefangen, um dem Immunsystem die Chance zu geben selbst aktiv zu werden.

    Ansonsten sind wir bei einem schulmedizinischem Kinderarzt, doch manchmal hätte ich gerne noch etwas sanfteres für den Sohnemann. Mal sehen, ob wir uns da noch an einen Homöopathen wenden.

  10. Pienznaeschen says:

    Danke, genau so geht es uns auch mit all diesen Entscheidungen die richtig getroffen werden wollen – Du sprichst mir quasi aus der Seele ;)

    So wirkliche Entscheidungen haben wir noch noch getroffen mit dem Impfen, aber unsere U3 kommt auch noch und somit der erste offizielle Kinderarztbesuch, aber ich weiß das er Homöopathie nicht ablehnt und das finde ich sehr gut.

  11. ChiefJudy says:

    Hier wird auch STIKO geimpft. Außer Rota, das lassen wir. Unser Kinderarzt ist allerdings Homöopathie nicht ganz abgeneigt – zumindest ergänzend, oder wenn’s nicht was ganz so Schlimmes ist. Von daher ist das eine gute Mischung finde ich.

    BabyChief hatte eine kleine Nackenverspannung nach der Geburt, die dazu führte, dass er den Kopf beim Liegen immer nach links gelegt hat. Die Hebamme meinte, wenn es nicht besser wird, sollen wir zum Osteopathen. Allerdings hat es sich dann von selbst erübrigt. Mittlerweile ist er nicht mehr “einseitig” ;)

    Ich halte nichts von nicht-impfen. Immerhin sind einige Kinderkrankheiten alles andere als harmlos, da können die Kleinen sogar dran sterben (Masern) oder kleine Juings schon als Baby unfruchtbar werden (Mumps). Alles nicht so witzig…

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